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Archivar
12.09.2019, 00:16

Rassen die es gar nicht gibt
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Ja, auch solche Entgleisungen finden sich in Kreisen die sich selbst als Züchter mit ach so heehren Zielen bezeichnen. Da werden dummdreist Behauptungen aufgestellt und die weltweit anerkannten Fachleute der FCI und des VK zu Betrügern gestempelt. Wie kann das nur sein?
Auch in diesem Falle ist die Antwort ganz einfach: Die materiellen Interessen bestimmen Denken und Handeln der betreffenden Person(en) in genau gleicher Manier, wie Politiker mittels Backschisch gehalten werden, jene Interessen zu vertreten, die der Amigo zu verfolgen gedenkt. 

Es kommt nicht auf Wahrheiten an sondern darauf, marktschreierisch den größten Erfolg einzufahren. 

Da muß man schon sehr genau hinschauen und vor allem sich selbst ein entsprechendes Hintergrundwissen erarbeiten um nicht auf die kunstvoll gesponnenen Ammenmärchen, die auch noch von den dubiosen Zusammenschlüssen der Hundemafia gestützt werden, hereinzufallen. Eines dieser Ammenmärchen nennt sich:
Der Bolonka Franzuska 
. . . Bolonkis wurden ausschließlich in Rußland, bzw. in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion gehalten und gezüchtet. Diese Zwerghundeform ist mit Sicherheit auf den "Bichon frise" zurückzuführen. Durch die lange Zeit . . .
. . .  bildete sich eine in mehreren Details vom "Bichon frise" abweichende eigenständige Rasse, die international nicht anerkannt ist, aber zur Zeit im FCI- Bereich außerhalb Rußlands fälschlicherweise dem Bologneser zu gerechnet wird.
Wer solche Texte verfaßt weiß entweder nicht was er schreibt, weil ihm einfach das fachliche Wissen nicht vermittelbar ist, oder er schreibt absichtlich solchen Schmarrn, um der Verdummung der Massen gerecht zu werden. 
Tatsache ist, daß es eine Rasse "Bolonka franzuska" nicht gibt und auch nie gegeben hat! Tatsache ist, daß ebendiese Bezeichnung als diffamierende Verdrehung aus den originalen russischen Ahnentafeln vom VKSK übernommen worden ist. Warum das niemand hinterfragte ist heuer müßig zu eruieren. Tatsache ist aber auch, daß bereits im Jahre 1986 die verdienstvolle Zuchtbuchführerin des VK, Karin Biala-Gauß, die ersten Übernahmen russischer Direktimporte vollziehen konnte und in diesem Zusammenhang eine eindeutige Klärung über die FCI initiiert hat. Es wurde von den Verantwortlichen in der Sowjetunion absolut bestätigt, daß man im Franzusskaja Bolonka nie etwas anderes als den Bologneser gesehen hat! Jahrzehntelange Reinzucht - die westeuropäischen Bastardierer sind da zum Glück für die Rasse ausgesperrt geblieben - konnte eine beeindruckende Qualität entstehen lassen. Und freilich, der Bologneser ist eine seit langem weltweit anerkannte Hunderasse. Der Zwetnaja Bolonka muß es erst noch werden doch solche "Spezialzüchter" tun alles, damit es dazu nicht kommt! 
Auch das lesen eines Standard verlangt mehr als nur die Erkennung von Worten und Sätzen - es verlangt nach einem tiefen Einfühlungsvermögen und dazu ist eine Grundlage das exakte Wissen um die Entstehungsgeschichte einer Rasse und um die zu ihrer Weiterentwicklung notwendigen Regularien. Warum bestimmte Dinge in einem Standard eben genau so und nicht anders formuliert sind ergibt sich daraus, welchen Weg man züchterisch beschreiten soll um in Richtung "Idealtyp" zu landen. 

Die Qualität einer Rasse ergibt sich nicht aus der Anzahl ihrer Titelträger - zumal die allermeisten dieser Titel vollkommen wertlos sind, wenngleich von den "Züchtern" für teuer Geld gekauft. Die Hunde haben sich dafür nie wirklich qualifizieren müssen. Auch das ist Betrug - "Organisierte Kriminalität eben!" 

Augen auf beim Hundekauf kann viel tierisches Leid von vornherein vermeiden helfen.

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