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Archivar
10.07.2018, 10:33

ErklÃ¤rungen, auch zur Todesursache in Beitrag 1:
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Der Kaufpreis beträgt für einen solchen Hund etwa 900 - 1000 €, da er ja über diese verlangten Rasseausweispapiere verfügt. Ohne diese Papiere kosten diese Hunde etwa 400 €.
Diese Aussage ist schlichtweg falsch!

Tatsache ist, daß ein Preis von ca. 1.000,- Euronen unabhängig von "Papieren" einzukalkulieren ist, wenn man einen Bolonkawelpe kaufen will.
Für einen Bastard, der ja, ginge alles nach "Recht und Gesetz", gar keine "Papiere" haben dürfte, kann man aber getrost noch ordentlich was drauflegen; Forderungen von 1.600,- und mehr werden da aufgemacht und selbstverständlich - es gibt ja reihenweise betrügerische Vereine die bedrucktes Papier ohne Skrupel für jede Chimäre verkaufen - bekommt auch dieser Bastard die absolut wichtigen Papiere mit.
Auf der anderen Seite kann man durchaus auch für wenige hundert Euronen einen erstklassigen Bolli erwerben. Seltenst als Welpe, dafür öfter als erwachsenen Hund der durch sich ändernde Lebensumstände zwingend ein neues Zuhause haben muß. Auch geben viele Züchter zuweilen Bestandstiere für kleines Geld weg, weil sie eben nicht die erhofften Vererber oder schlicht für die Zucht zu alt geworden sind . . .
Es muß auch bedacht werden, daß bei gewerblichen und gewerbsmäßigen Züchtern der Verkaufspreis um ein Fünftel über dem liegt, der von Züchtern verlangt wird, welche eben keine drei und mehr Würfe im Jahr haben und deswegen nicht der Umsatzbesteuerung unterliegen. 
Ausgesprochene Billigofferten von Welpen werden dagegen stets von solchen Leuten beworben, die völlig unkontrolliert Welpen erzeugen und oft nichtmal über die Vorfahren ihrer Zuchttiere aussagefähig sind. Daß solche Welpen immer ein hohes gesundheitliches Risiko mit sich bringen, ist einleuchtend denn gerade die teuren mikrobiologischen Laboruntersuchungen auf diverse Erbkrankheiten werden in diesen Kreisen nur allerseltenst bei den Elterntieren gemacht worden sein, bei Welpen mit Sicherheit nicht denn dann könnten sie nicht als Schnäppchen feilgeboten werden. 
Soviel zur Preisgestaltung.

Beim Verkaufsgespräch mit dem Züchter erfährt man, daß dieser Zwetnaja Bolonka bitte nicht in eine Narkose gelegt werden sollte. Da noch etwas Bedenkzeit bestand erkundigt man sich bzgl dieser Aussage und erfährt, daß dies eigentlich Unsinn sei.  
Hier das typische Beispiel einer unkontrollierten Welpenproduktion. Der "Züchter" weiß zwar, daß seine Welpen oft oder regelmäßig eine Narkose mit dem Leben bezahlen, aber warum das so ist weiß er nicht oder es interessiert ihn nicht!
Die Erklärung ist einfach: Tiere die bei einer Narkose zu Tode kommen stammen aus einer Paarung von Eltern, welche entweder beide Träger eines Defktgenes welches die Maligne Hyperthermie auslöst und  deswegen nicht selbst betroffen sind oder aber einer der Partner ist ein Betroffener, hat also die Maligne Hyperthermie und weil er selbst daran erkrankt ist, wird auch ein rechnerischer Anteil von 25% aller Nachkommen daran erkranken und darüberhinaus können 75% ihrerseits als Träger dieses Defektgen weitervererben ohne selbst zu erkranken. Etwas anders, aber nicht besser, ist die Situation, wenn beide Elterntiere als Träger in Betracht kommen. Ein Gentest der Eltern brächte klare Aussagen und damit bräuchte auch ein an MH erkranktes Tier nicht mehr sterben! Dieser Effekt, der durch das nicht kontrollierbare hochlaufen der Körpertemperatur zum letalen Ende führt entsteht nämlich nur bei Verwendung moderner Anesthetika! Wenn man um die Gefahren weiß, nimmt der TA stattdessen die klassischen Narkosemittel und NICHTS passiert! 
Es kann nur vermutet werden, daß der "Züchter" in obigem Falle genauestens über den Gesundheitsstatus seiner Zuchttiere im Bilde war, dies aber aus bestimmten Gründen verheimlichte. Es ist allerdings auch nicht auszuschließen, daß es sich um einen völlig desinformierten Produzenten gehandelt hat. Gerade solche Leute, die in keinem ordentlichen Verein organisiert sind, haben weniger Informationsfluß und natürlich müssen sie ggfs. vorzunehmende Untersuchungen weitaus teurer bezahlen als richtige Züchter, die über einen seriösen Verein, der seinerseits mit dem Labor eine Partnerschaft eingegangen ist und mit diesem direkt abrechnet, entsprechende Untersuchungen machen lassen können - oder müssen!

Also wird der Hund gekauft.
Allerdings schließt der vorgelegte Kaufvertrag alle Risiken zu Lasten des Käufers aus!
So leid es mir um den Hund tut, der unter anderen Umständen sicher noch leben könnte: mein Mitgefühl mit den Käufern hält sich doch sehr in Grenzen!
Warum haben sie den Hinweis des Verkäufers nicht ernstgenommen und konkret hinterfragt anstatt selbst irgendwas in nichtbenannten Quellen zu eruieren? Jeder Veterinär hätte auf so eine Fragestellung eine ganz klare Erklärung liefern können - bevor das Tier zu Schaden kam. 
Wer einen Vertrag unterzeichnet, in dem alle Risiken einseitig zu seinen Lasten festgeschrieben sind, dem geschieht Recht wenn es denn auch dazu kommt :!:

Wir erleben es oft, daß niemand die nötige Zeit und Umsicht mitbringen will sondern möglichst schnell "mit Hund unterm Arm" das Weite zu suchen trachtet. 
Solche Interessenten weisen wir prinzipiell ab. Können wir uns auch leisten weil wir keine Massenzucht betreiben und folglich nicht von unseren Hunden weder leben können noch leben wollen! Ergo ist es nicht schlimm, wenn die Welpes weit länger bei uns wohnen als allgemein üblich. Die Kleinen genießen das mit ihren Eltern genau wie wir es genießen, dem putzmunteren Völkchen zuzuschauen.

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