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Netti
27.09.2016, 22:53


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Der 24.09.2016 war nun die erste Hundewanderung und fand in Görlitz statt. Wir waren zwar nur eine kleine Gruppe, dafür war die Exkursion aber sehr informativ. Ein paar Fotos sollen einen kleinen Einblick dazu geben. Bei sehr schönem Wetter besuchten wir zuerst den Ölberggarten, ein Landschaftsgarten welcher zur Heiligen Grab - Anlage gehört.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Goerlitz_24.9.16.pnghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Oelberg.jpg
Danach stand ein Besuch des Heiligen Grabes an. Während einer sehr informativen 2-stündigen Führung wurde uns der geschichtliche Hintergrund des Heiligen Grabes vermittelt, welches eine verkleinerte Kopie des Jerusalemer Originals ist. Allein von der Genauigkeit her ist sie einmalig in Deutschland.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Heiliges_Grab.jpghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Doppelkapelle.png
Dies ist die Doppelkapelle zum Heiligen Kreuz welche in der Zeit von 1481 bis 1504 durch Georg Emmerich erbaut wurde. Im unteren Bereich befindet sich die Adamskapelle und im oberen Bereich die Golgathakapelle. Insgesamt eine wunderschöne und empfehlenswerte Sehenswürdigkeit. Hier entstand auch das Gruppenbild.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/media/9/Goerlitz_Gruppe.png
Anschließend besuchten wir noch kurz den Zwinger. Leider war hier wegen der Treppen, die sich ja durch die gesamte Anlage ziehen, für Stephanie Endstation. Wir sind auf "Plan B" ausgewichen - zur ehem. Ratsapotheke auf dem Untermarkt, Ecke Peterstraße. Im Hintergrund das neue Rathaus mit den Wappen aller Sechsstädte. Eine Stärkung war nun angesagt ;-) 
http://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Zwinger1.jpghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Untermarkt.jpg
Hier zeigt sich der Turm des alten Rathaus mit Aussichtsplattform und der historischen Uhrenanlage. Links ist noch die Rathaustreppe mit Verkünderkanzel und einer sehenden :!: Justitia zu erkennen. Im zweiten Bild die beiden Kunstuhren mit dem Wächterkopf und im "Fenster" darüber der Goldene Löwe, der zu bestimmten Zeiten sein "furchterregendes Gebrüll" ertönen läßt. Dem Wächter klappt zu jedem Viertelstundenschlag der Unterkiefer herunter und man kann von unten das "Feuer" in seinem Schlund lodern sehen :-) Heutigentags tut es eine Glühlampe, was man vor Jahrhunderten für diesen Effekt nutzte, wissen wir nicht.
Die astronomische Uhr über der Hauptuhr läuft auch völlig exakt und zeigt mit dem Kleinen Zeiger die Mondphasen an. Der Große Zeiger markiert auf dem äußeren 24-Stunden-Zifferblatt die aktuelle Tageszeit.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Rathausturm.jpghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Rathausturmuhranlage.png
Wieder fit für den weiteren Weg gingen wir über die Altstadtbrücke auf die polnische Seite.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/media/9/Goerlitz-Bruecke.png
Blick auf die Neiße flußaufwärts.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Altstadtbruecke.pnghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Oststadt_Polen.jpghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/St._Peter_und_Paul.jpg
Die Altstadtbrücke ist ein moderner Ersatzbau für die alte Straßenbrücke, die, wie alle anderen Görlitzer Brücken nur wenige Stunden vor der Kapitulation durch die Wehrmacht sinnlos gesprengt worden sind. Flußabwärts befand sich noch eine kleine Fußgängerbrücke die auf im Fluß verankerten Stahlstützen montiert war. Die Stützen sind nach meiner Erinnerung erst in den frühen 60er Jahren ausgebaut wurden. Das nächste Bild in Richtung Ostvorstadt, heute Zgorzelec, zeigt linkerhand einen Teil des Speichers und in gerader Sicht auf die kleinen Häuschen an der Prager Straße. In einem dieser Baudenkmale lebte und arbeitete der bekannte Schuhmacher und Theosoph Jacob Boehme - eine Anschlagtafel verweist auf das museale Objekt. Der Blick zurück zeigt auf die für ihre einmalige Sonnenorgel europaweit berühmte Kirche St. Peter & Paul, welche auf gewachsenem Fels gegründet ist und auch eine beheizbare Unterkirche (Krypta) besitzt, die mit einer eigenen, kleineren Orgel zur Winterszeit für Gottesdienste genutzt wird.
Nach überschreiten der Flußmitte wird unsere Exkursion international - wir laufen am Uferweg entlang um dann schließlich über die Reichenberger Brücke, die sogenannte Stadtbrücke, auf der bis Kriegsende der Straßenbahnverkehr in Richtung des damaligen Ausflugsgebietes im und um den ehem. Görlitzer Vorort Moys, heute Ujazd, führte. So weit sind wir aber dann doch nicht gelaufen sondern über die Brücke, vorbei an der seit 2004 geschlossenen Stadthalle mit ihrer weltweit wohl einzigartigen Konzertorgel, durch den Stadtpark wieder Richtung Obermarkt, wo wir uns zum Kaffetrinken nochmals ein wenig verweilten. 
D.V.R.T. - diese Inschrift erinnert an den mittelalterlichen Aufstand der Görlitzer Handwerkerschaft gegen die Politik der Ratsherren. "Der Verräterischen Rotte Tor" führt zu dem Treffpunkt welcher - wie kann es anders sein - verraten wurde. Nicht einfach so, nein, das wäre zu einfach gewesen! Um der Aufrührer habhaft zu werden wurde die Uhr am Mönch - um 7 Minuten vorgestellt so daß der Stundenschlag, zu dem man sich regelmäßig traf, zu zeitig erfolgte und die eintreffenden Aufständischen bereits von den Schergen erwartet wurden. Es wurde kurzer Prozeß gemacht - Enthauptungen waren seinerzeit ein beliebtes Volksschauspiel . . . Die Verrätergasse - daher der Name - erinnert bis heute an diese grausige Tat. Der Name des Denunzianten ist m. W. nicht überliefert. 

Die Bilder aus der Oststadt zeigen deutlich, weswegen es mit den Treppenanlagen im Zwinger wirklich nicht ging. Wir haben dazugelernt und würden es nun doch besser machen können :-) Gleichwohl hat es allen Teilnehmern ganz gut gefallen, besonders "Graf" Kolja war ganz hinundhergerissen als er bei Stephanie mitfahren durfte.
http://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Oststadt01.pnghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Oststadt02.pnghttp://galerie.ohfv-ev.de/data/thumbnails/9/Graf-Kolja.png
