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Archivar
16.05.2022, 11:48

Es ging schief, was nur schief gehen kann!
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Wir hatten strahlenden Sonnenschein und da die vorangehenden Nachttemperaturen auch sehr moderat waren, ist die Wiese kein bisschen naß gewesen. Von daher war die Ausgangslage optimal.

Der Hammer war, daß der langjährige Parkplatz, nach einem Wechsel des Grundstücksbesitzers, nicht mehr genutzt werden darf. Die Fahrzeuge der Teilnehmer müssen auf dem Vereinsgelände abgestellt werden, mit der Maßgabe, daß die Hunde so lange angeleint bleiben müssen, bis keine Fahrzeugbewegung mehr stattfindet und das Tor wieder verschlossen werden kann . . .

Was uns erwarten würde, wenn der Tunnel "Königshainer Berge" vorübergehend gesperrt ist, hätten uns die Wiesaer Straßenanlieger erzählen können - ob wir es geglaubt hätten?
Bei einer Tunnelsperrung gibt es eine offizielle, gut ausgeschilderte Umleitung über ordentlich ausgebaute Hauptstraßen. Nur leider benutzt die "niemand", die Leute hören stur darauf, was eine Stimme aus dem Navi ihnen eintrichtert! Und so war das Chaos perfekt! Endlose Blechlawinen donnerten die enge, kurvige Dorfstraße an der Pappelwaldarena, wo wir unseren extra umfriedeten Hundeplatz auf dem Volleyballfeld abgesteckt hatten, mit immerwährendem Getöse vorbei . . .

Um 09:00 war außer helfenden Mitgliedern und Angehörigen noch niemand da - auch 09:30 passierte noch nichts und die nach und nach verspätet eintreffenden Hunde scharrten mit den Hufen. Die Teilnehmer aus dem Raum Bautzen und Dresden waren längst überfällig, noch schlimmer, der Kuchen traf nicht ein! Als endlich eine telefonische Nachfrage ergab, daß dieser schon geraume Zeit unterwegs nach Wiesa sei, war das eine große Erleichterung für alle. 

Der Vertreter eines Herstellers qualitativ hochwertiger Tiernahrung hatte uns im Vorfeld der Veranstaltung umfassende Unterstützung zugesagt. Wo er abgeblieben ist, wissen wir nicht, möglicherweise am Verkehrschaos gescheitert. Zum Glück haben wir mit JOSERA eine langjährige Partnerschaft, die sich einmal mehr bewährt hat. Wir sind immer Neuem aufgeschlossen doch es gilt festzuhalten: Was man (aneinander) hat, das weis man - was von neuen Partnern und deren Zusagen zu halten ist, muß man erst noch erfahren!

Gegen 10:30 wurde das Tor geschlossen um endlich mit erheblicher Verspätung beginnen zu können. 

Nach kurzer Zeit quittierte die Lautsprecheranlage den Dienst. Es war auf die Schnelle nicht sicher feststellbar, ob der Funkempfänger für die Mikrofone oder die Endstufe des Hauptverstärkers den Ausfall verursacht hat. Also wurde gegen den Krach der Straße angebrüllt und mit Handsignalen unterstützt ging der Betrieb über die Bühne.

Erstmals hatten wir mit dem Frenchi der Tochter unserer Bolonkafreundin Antje auch einen "Nichtbolli" eingeladen. MILOW ist grundsätzlich sozialverträglich und sehr folgsam. Sogleich gab es ein oder zwei Stimmen, die ihrerseits, ohne jeden Anlaß, gegen den Hund und dessen Besitzerin lamentierten und sie aufforderten, den Platz zu verlassen. So ein Verhalten akzeptieren wir nicht! Auf die Teilnahme so negativ eingestellter Menschen verzichten wir künftig. 
Natürlich hatte MILOW auch an den Wettbewerben teilgenommen, startete allerdings - genau wie unsere zwei 5-Monatskücken - außer Konkurrenz. Daß dann ausgerechnet MILOWS Bolonkakumpel GARRY zu den Siegern gehörte, war wohl nicht vorhersehbar, doch Uhren sind unbestechlich.

Daß sich mal zwei Hunde in die Wolle kriegen ist nie auszuschließen und auch unter den im Grunde friedfertigen Bollis gibt es gewisse Raufereien, besonders bei Tieren, die sich bisher nicht begegnet waren. Das meiste daran ist der Krawall, dann fliegt auch mal etwas Wolle und ja, auch kleine Läsionen bleiben nicht aus. Nach ein paar Minuten ist der Schmerz vergessen und es wird weiter getobt.

Auf ein Negativerlebnis hätten alle Anwesenden aber liebend gern verzichtet: Ein Kind wurde gebissen - nicht vom Bully sondern von einem Bolli! Wenngleich der Biß eher eine schmerzhafte Quetschung ist, gab es doch ein paar Blutströpfchen und was schwerer wiegt ist das Negativerlebnis beim Kinde, aus dem hoffentlich kein Trauma wird. 

Kritikwürdig ist alleine das Verhalten der Hundebesitzerin, die jegliche Verantwortung von sich wies und nach Beweisen verlangte. Zum Glück im Unglück gibt es mindestens eine glaubwürdige Augenzeugin die, da selbst keine Hundehalterin, in keinem Interessenskonflikt gefangen ist und den Hergang zweifelsfrei schildern konnte. So bleibt der Schluß, daß der Hund nicht das Kind selbst angriff sondern dieses "nur" zwischen die Fronten geraten war. 

Nach der Siegerehrung gab es erstmals die Wahl des Publikumslieblinges. Das Votum fiel - völlig anders als von uns vermutet - zu Gunsten der IRMI vom Sebnitztal aus, absolut eindeutig! Es war gefordert, unabhängig vom äußeren, den allgemeinen Charakter des Hundes zu beurteilen. Die Einschätzung des Publikums ist dem durchaus gerecht geworden und wir haben gerne auch diese Ehrung vorgenommen.
Kurz danach setzte auch schon die "Fluchtbewegung" der übergroßen Mehrheit ein und so war gegen 14 Uhr das Gelände nahezu geräumt. Ausgenommen die Mitglieder und Helfer des Vereins, welche nun alles zusammenräumen und für den Abtransport verstauen durften.
So richtig prickelnd war es nicht - wir konnten nicht einmal ein Gruppenfoto machen . . . 

Wie weiter?

Sollten wir Kindern künftig den Zutritt verwehren? 
Ich meine, daß das das falscheste Signal sein würde, denn Zwischenfälle dieser Art sind weder vorhersehbar noch gar, von wem auch immer, gewollt! Wir werden alles tun was wir tun können, um dem Mädchen bei der Verarbeitung dieses Negativerlebnisses zu helfen.

Lebendige Tiere sind nunmal nicht aus Stoff und können immer unerwartet reagieren. Das hängt zum Großteil damit zusammen, daß deren Sinnesorgane um Potenzen empfänglicher für Signale aus dem Umfeld sind, als wir Menschen es uns überhaupt nur vorstellen können! 
Daß nach diesem Ereignis eine "Kampfhundediskussion" entfacht wird, steht wohl nicht ernsthaft zu befürchten - gleichwohl sollte das Anlaß sein, über ebendiesen Schwachsinn gründlich nachzudenken. 

Wir berichten anschließend, wie es um das Kind steht.

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