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Grus51
10.08.2019, 22:40

Merle und andere Qualzuchtfaktoren
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Wir sollen hier einmal zusammentragen, was WIR als Qualzucht ansehen. Jene, die soetwas tun, sehen das natürlich gaaaanz anders! Die Frage, wie sieht Merle aus, kann mit einem einfachen Satz beantwortet werden - entweder überhaupt nicht oder schlimmstenfalls so: http://von-kranichfeld.de/images/Merle-Chi1.png
 Qualzuchtfaktor Wurfgröße
Wenn wir davon ausgehen, daß ein Hund über 4 Paar Zitzen verfügt von denen das erste brustständige Paar nicht viel mehr als zum Zierrat taugt, von den verbleibenden 3 Paar nur die 4 endständigen Striche wirklich richtig ergiebig sind, drängt sich doch die Frage auf, wieviele Welpen in einem Wurf als normal anzusehen sind und die Antwort kann nur lauten: 3 - 6! 
Tatsächlich bringen sowohl eurasische als auch amerikanische Wölfe im Regelfalle 3 - 4 Welpen auf die Welt. Wie viele davon groß werden, ist eine andere Frage, zwei sind es aber meistens. Im "Deutschlandzoo" liegt die Aufzuchtrate etwas höher - klar, der Tisch ist ja immer gedeckt, Nahrungskonkurrenten gibt es nicht und innergemeinschaftliche Kämpfe finden auch nicht oder nicht in dem Maße statt, wie das in freier Wildbahn bei einsetzendem Nahrungsmangel der Fall ist. Selbst in zoologischen Gärten werden seltenst mehr als 4 Welpen geworfen. Auch beim Goldschakal trifft das so zu. Hat sich die Natur geirrt, als sie mehr Zapfstellen als benötigt anlegte?
Mitnichten! Da Neugeborene noch keine eigene Temperaturregulation haben, orientieren sie sich zwangsläufig durch Wärmestrahlung. Sie haben also ein "3. Auge", zwar wohl etwas weniger ausgeprägt als bei z. B. Eidechsen und Schlangen aber doch vorhanden! Der Bereich der Milchleiste ist grundsätzlich dünner behaart als der Brustbereich. Zusätzlich verlieren Fähen verschiedener Arten schon vor der Geburt große Teile der Behaarung in diesem Bereich. Die nackten Körperpartien wirken wie eine Wärmeflasche auf die Neugeborenen und werden von denen sofort zielgerichtet angesteuert. Der Darmkanal eines bis dato rein platzentar ernährten Welpen enthält naturgemäß keine Verdauungsprodukte denn wie sollten die dahin gekommen sein? Damit die Darmwände aber nicht zu einem Klitsch zusammenfallen und schlimmstenfalls zusammenwachsen, enthalten sie als Füllstoff das sogenannte Darmpech - eine schwärzliche Masse von ziemlich fester Konsistenz aber ohne verwertbare Nährstoffe. Das Darmpech muß raus - so schnell als nur möglich und das geht eben nur durch die orale Aufnahme von Milch in den Verdauungstrakt. Genauer von Biestmilch. Diese ist durch kein noch so teures Kunstprodukt zu ersetzen. Der Start ins Leben ist somit nur für 4 . . . 6 Säuglinge vorgesehen, denn die Biestmilch steht nur max. 24 Stunden ab Geburtsbeginn zur Verfügung. Ihre wertvollsten Inhaltsstoffe sind die Gammaglobuline welche den Welpen überhaupt erst befähigen, mit der Unmenge lebensfeindlicher Keime die nur darauf warten in die Körperöffnungen einzudringen, fertigzuwerden. Es ist dies praktisch die allerbeste "Rundumschutzimpfung" welche es auf dieser Welt gibt. Der Züchter muß Sorge tragen, daß bei mehr als 4 Welpen alle Tiere die Möglichkeit haben, sich sattzutrinken! Man wird also ggfs. helfend eingreifen damit wirklich eine ausreichende Versorgung mit diesem lebensnotwendigen Saft allen Welpen zuteil wird. Und hier beginnt schon der erste Angriff auf unser Gefühlsleben: Offenkundige Schwächlinge soll man nicht gezielt fördern denn damit werden die vitalsten Welpen benachteiligt. Beobachtet das Muttertier! Es wird Mickerlinge von sich aus abseits haben wollen, wird nichts tun um diesen zu helfen an die begehrten Zapfstellen zu kommen. Warum wohl? 
Das ist Arterhaltung pur - wie seit Jahrmillionen erfolgreich von Mutter Natur praktiziert. Nur mit einer Spezies hatte sie einen unverzeihlichen, nicht korrigierbaren Fehler gemacht. . .
Aber wir wollen ihr das verzeihen denn nur dadurch habe wir alle zueinander gefunden :-)
Die künstliche Aufzucht von Haushundwelpen ist dagegen überaus lebensfeindlich weil widernatürlich! Es können in keinem Falle vollwertige Tiere, die mit natürlich aufgewachsenen vergleichbar sind, entstehen. Die Mängel und Fehler zeigen sich teils sofort, teils erst nach Monaten oder Jahren und teils erst nach ein oder mehreren Generationen. Diese Fehler sind es, welche aus den einst hervorragenden Rassen völlig heruntergekommene Chimären hat werden lassen. Ohne jeden Zwang!
Es geht doch nicht darum, eine bedrohte Lebensform mit aller Kraft zu erhalten sondern es geht darum, den Profit zu steigern. Davon haben die Tiere nichts außer ihren bleibenden körperlichen Schäden, zum Ausgleich wächst das Bankkonto derer die sich Züchter nennen aber keine sind weil sie die primitivsten Grundlagen nicht beherrschen (wollen).

Halten wir fest: Die normale Vermehrungsrate beim Menschen beträgt 1, zuweilen kommt es zu Zwillings-, seltener zu Drillingsgeburten und diesen stehen zwei gut funktionierende Nahrungsquellen zur Verfügung. Dank Rotationsprinzip können alle 3 satt werden und sich entwickeln.

Der Hund hat eine normale Vermehrungsrate von 4, zuweilen werden auch 5 - 6 geboren und sehr selten sind es 7 oder 8 Welpen in einem Wurf. Diesen stehen insgesamt 8 Liegeplätze zur Verfügung von denen 6 als Nahrungsquellen brauchbar sind. Durch das Rotationsprinzip können sich aber auch 7 - 8 gleichstarke Welpen gut entwickeln. Dieser Fall ist als Ausnahmefall anzusehen weil von der Natur so nicht gewollt; er wird lediglich toleriert. 

In Kulturkreisen, wo Hundefleisch als normale Ernährungsgrundlage angesehen wird (dagegen ist auch nichts einzuwenden :!:), wird der Geldwert eines Hundes nach Geschmack des Fleisches und Gewicht bestimmt. Nicht anders als hierzulanden beim Schwein und da geht auch niemand auf die Barrikaden. Wir unterscheiden scheinheilig zwischen Tieren und Vieh. Soviel zum moralischen Aspekt. 
Für uns Mitteleuropäer hatte Hundefleisch (von medizinischer Indikation mal abgesehen) in den letzten Jahrhunderten keine ernährungswirtschaftliche Bedeutung. Der Hund war und ist noch immer Nutztier in vielerlei Hinsicht: In der Wanderschäferei ebenso wie im Jagdwesen, im Schutz- und Wachdienst, als Rettungshund im Suchdienst, als Lawinenhund, als Diensthund im Behördeneinsatz, als Therapie- und Blindenführhund und selbstverständlich - wenn auch in kleinerem Umfang - als "Künstler" im Schaustellerwesen. Für alle diese Einsatzbereiche werden Hunde auf Grund ihrer speziellen Eignung, ihrer gefestigten Erbanlagen in sehr kleinem Umfang gezüchtet und teils auch nicht an Außenstehende veräußert. D. h. die Zucht ist bedarfsorientiert ausgerichtet! Diese Tiere sieht man nicht auf Ausstellungen - was sollten sie dort auch? Sie müssen ja nicht durch ihren Schein sondern einzig durch ihr Können, durch ihr Sein überzeugen. Teilweise werden dafür Leistungsbewertungen durchgeführt, um so die besten Kandidaten für eine Weiterzucht zu ermitteln. Diese Art von Tierzucht ist der Rassegesundheit überaus förderlich. Das liberale Gesülze der Vereine, allen voran der VDH, ist nichts als das verlogene Geheul bezahlter Interessenvertreter des Kapitals zu denen leider auch jene gehören, die den Tieren helfen sollten - Tierärzte und Futtermittelindustrie.

Zurück zur Zuchtleistung:
Hunde die zu Nahrungszwecken gehalten werden, sollen natürlich auch viel Nachwuchs bringen - selektiert wird also auf steigende Wurfgrößen. Das ist in diesem Falle nicht zu beanstanden - allerdings ist es hierzulanden eher unüblich Hunde wie Schweine zu züchten und zu mästen. Der Markt dafür ist einfach nicht da; es würde auch nicht viel bringen, Welpen nach Gewicht feilzubieten.

Generell kann man resümieren, daß die künstlich erzeugte Besitzgier den Welpenpreis künstlich nach oben treibt. Der Wert eines kleinen Hundes ist weniger mit Geld aufzuwiegen als mit Emotionen. Wären alle Menschen grundanständig, könnte man einen Welpen ohne weiteres für etwa 250 Euronen weggeben und hätte dabei nichts eingebüßt. Das aber können und dürfen wir nicht in Erwägung ziehen weil dann dem unkontrollierten Weiterverkauf das Tor geöffnet wird, weil es eben niemandem auf der Stirn geschrieben steht, wes Geistes Kind er ist. Indem wir unbeirrt auf einem Tausender beharren, schützen wir unsere Kleinen davor, von gewissenlosen Elementen weiterverramscht zu werden und so einem ungewissen Schicksal ausgeliefert zu sein. Jene Vermehrer deren Würfe mit abnormen Stückzahlen brillieren, kommen nicht umhin ihre Welpen zu Schleuderpreisen anzubieten - die müssen ja weg, weil schon die nächste Hundedame dick ist. Die Masse sichert den Ertrag. Qualität ist so weder möglich noch gewollt. Im Gegenteil.

Eine simple Rechnung: Golden Retreiver, Lebenserwartung 5 - 6 Jahre (danach erlöst!) 10 Welpen a 700,- = 7.000,-
gegen:
Golden Retreiver, Qualitätszucht, Lebenserwartung 12 - 15 Jahre (natürlicher Alterstod) 6 Welpen a 1.200,- = 7.200,-

Der Superzüchter schnellverschleißender Tiere verkauft für den  Zeitraum von 15 Jahren mindestens Welpen für 14.000,- , wenn er Glück hat sogar für 21.000,- und die werden innerhalb von 1,5 Jahren produziert. 

Der Qualitätszüchter begnügt sich in diesem Zeitraum mit einem Drittel Ertrag - seine Hunde leben lang und gesund. Der TA kann daran nicht viel verdienen. An den Massenzuchttieren dagegen partizipieren die Tierärzte in ganz beträchtlichem Umfange, genau wie Futtermittelindustrie und Versicherungsgewerbe. Ja und letztlich auch noch die Autoindustrie - man muß ja zeigen was man sich leisten kann. Weil man so gut ist und so erfolgreich :kotz:

Darum gibt es nur ein Fazit: Mehr als 8 Welpen sind widernatürlich, produzieren nur Probleme und sind damit Qualzucht!
