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Archivar
14.08.2024, 17:21

Monopolstellung des VDH -&gt; Bundeskartellamt
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Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt des hegemonistischen "Verband für das Deutsche Hundewesen" - hervorgegangen aus dem nach 1933 installierten Reichsverband für das Deutsche Hundewesen, RDH, später RH, womit eine nahezu 100%ige Gleichschaltung aller bis dahin erschienenen Hundezeitschriften zu Gunsten von "Der Hund" erfolgte. Alle Publikationen die sich dieser Order widersetzten, mußten ihr Erscheinen einstellen / wurden enteignet.

Ebenso wurden alle bestehenden selbständigen Vereine und Verbände gezwungen, sich in den Reichsverband einzubringen, natürlich samt ihrer Vermögenswerte und mußten sich fortan als "Fachschaft" bezeichnen. Jene Gruppierungen, wie die DC u.a., die sich der Vereinnahmung widersetzten, wurden durch die SS aufgelöst, ihre Vermögen konfisziert. Es kann nur einen Deutschen Hundeverband geben und der wurde fortan von verdienten SS-Offizieren geführt.  
Als sich nach Kriegsende wieder ein Hundeverband gründete, wählte man traditionsbewußt den alten Namen DKH (Deutsches Kartell für Hundewesen) - der Vorgänger des Reichsverbandes -  bekam dann aber doch Bedenken und gründete sich als VDH 1949, mit dem Segen der amerikanischen Besatzer neu. Führende Köpfe hatten nun die schwarze Uniform sicherheitshalber ganz hinten im Kleiderschrank deponiert und die Sache mit den schönen Rangabzeichen / Dienstgraden war gegessen. Aber es waren wieder die gleichen Köpfe, die gleiche Herrenmenschen-Ideologie und die ist so gut, daß sie bis in unsere Tage von den VDH-Granden gepflegt wird: Hegemonie und Russophobie zur Unterdrückung jeglicher Form von Anstand und Demokratie. 
Halten wir fest: Die Bundesrepublik Deutschland ist Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches und der VDH ist Rechtsnachfolger des Reichsverband für das Deutsche Hundewesen. Mit der Übernahme der einst bewährten Personen hat man sich auch deren Ideologie zu Eigen gemacht. Darauf kann stolz sein, wer will - anständigen Menschen verbietet sich das!

Diesen historischen Hintergrund, der hier nur in wenigen Zeilen gerafft wiedergegeben wird, muß man stets vor Augen haben, wenn man sich mit der Frage konfrontiert sieht: Warum geht das Hundewesen in Deutschland immer weiter bergab? Ob das in anderen Ländern ebenso ist, vermag ich nicht zu beantworten, ist in dem Zusammenhang aber auch unbedeutend. Wichtig zu wissen ist nur, daß sich der VDH nicht einmal an seine eigene Satzung hält, welche sogar vom Geschäftsführer und Justitiar Herrn Bartscherer verleugnet wird, einzig aus dem Grunde, zu versuchen, mit unlauteren Methoden einige Tausend Euronen zu Gunsten der klammen Kasse zu erpressen. Nur, wer das Spiel kennt, fällt nicht darauf herein! 

Auf der eigenen Website brüstet sich der VDH, ca. 650.000 Mitglieder zu vertreten; Mitglieder von was bitte? An anderer Stelle spricht man davon, daß der VDH "etwa 600.000 Hundehalter repräsentiere". Wieder so ein typisch großdeutscher Alleinvertretungsanspruch, eine unverschämte Anmaßung, denn ich wette darauf, daß nicht die Hälfte dieser "Vertretenen" je gefragt worden sind, ob sie vom VDH vertreten werden wollen? Ich zum Beispiel will das auf keinen Fall, mein guter Ruf ist mir zu wertvoll, als daß ich ihn von und mit so einer reaktionären Wirtschaftsvereinigung zu Grabe tragen ließe.
Die erlogenen Zahlen sollen nach außen wohl eine gewisse Solidität demonstrieren - ein fataler Trugschluß, real hat der Verband keine 350.000 Mitglieder und - mit Ausnahme der zwei Coronajahre - sind die Zahlen weiter stetig fallend.
Ohne Frage sind mehr als eine Viertel Million Menschen eine erhebliche Menge, die von keinem anderen Hundeverein in Deutschland auch nur annähernd erreicht wird. Allerdings bedienen sich die "Anderen" in keinem Falle solcher sektenmäßig anmutenden Repressalien gegenüber den eigenen und fremden Mitgliedern! Es ist heuer auch nicht mehr ganz so einfach, einen mißliebigen Konkurrenten zu zerstören indem man ihn enteignet - die Uniformen von damals sind heute nur Filmkulisse, haben hierzulanden keine wirkliche Macht mehr.    
Warum die Mitglieder in wahren Heerscharen dem VDH fliehen, wird nicht erst hinterfragt. Wozu auch - viel einfacher ist es, Preise und Gebühren drastisch zu erhöhen - ob diese Milchmädchenrechnung aufgeht, wage ich zu bezweifeln. Ein Mitgliederschwund in dieser Größenordnung ist mit so einem untauglichen Instrument nicht kompensierbar.

Es ist beschämend, daß immer und immer wieder die ordentliche Gerichtsbarkeit herhalten muß, um diesen erzreaktionären Wirtschaftsverband zurechtzuweisen - nach meiner Sicht der Dinge ist das einzig darauf zurückzuführen, daß die Art und Weise von dessen Geschäftsführung und unredlichen Geschäftspraktiken von vor  90 Jahren inzwischen völlig aus der Zeit gefallen sind. 

Nach meinen Recherchen erließ am 06. April 1962 der Bundesgerichtshof Karlsruhe einen beachtlichen Richterspruch zu der vom VDH verbreiteten Behauptung, 
Nur Ahnentafeln mit VDH / FCI Abzeichen sind international anerkannt - dies ist auch besonders wichtig, sollten Sie einmal den Wunsch äußern, Ihren Hund bei einer Ausstellung einem anerkannten Richter vorzustellen . . .
worin es heißt, es sei 
". . . sittenwidrig zu behaupten, die Federation cynologique internationale ( FCI ) sei die einzig anerkannte auf der Welt."
Wie unschwer zu erkennen ist, hat das den VDH in keiner Weise zu irgendetwas verleiten können.  

Kommen wir zum Bundeskartellamt und der Frage, wieso dieses in Sachen Hunde überhaupt aktiv wird?
Die Antwort ist simpel: Weil es mehr als eine Beschwerde gegen den VDH gibt und beschwert sind sowohl eigene Mitglieder als auch Mitglieder freier Vereine, welche sich das wettbewerbswidrige Verhalten und die ganze Reihe von Repressionen nicht gefallen lassen. Der erste, mir bekannte Akt des BKartA gegen den VDH stammt aus dem Jahre 1978. 

http://ohfv.von-kranichfeld.de/userpix/2_bka1978_1.png>>>>>>>>>>>> http://ohfv.von-kranichfeld.de/userpix/2_bka1980_1.png
Dieses Urteil ist wegweisend, denn indem der VDH gezwungen wird, einen Zweitverein aufzunehmen, hat er u. a. keine Möglichkeit mehr Repressalien gegen Mitglieder durchzusetzen, denn er kann niemanden mehr mit Ausschluß etc. bedrohen, der ihm gerade nicht genehm ist. Das Mitglied kann problemlos in den Parallelverein wechseln. 

Natürlich hat sich der Moloch dagegen gewehrt das Urteil anzuerkennen und das ist auch sein gutes Recht. Es hat ihm nichts genutzt, Karlsruhe hat den Spruch des Kartellamtes bestätigt, wie obige Notiz aus 1980 belegt!

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Wenngleich es auf den ersten Blick scheinen mag, daß der VDH ein völlig unnützes, aus der Zeit gefallenes Konstrukt ist, möchte ich doch dazu animieren, einen zweiten und dritten Blick zu riskieren und zu hinterfragen, warum etwas so und nicht anders gehandhabt wird; nicht nur im VDH, auch in freien Vereinen.

Es ist nämlich nicht so, daß der VDH so wichtig wie eine 3. Schulter für das Überleben der Menschheit wäre! 
Bei aller berechtigten Kritik darf nicht vergessen werden, daß ein Nationaler Dachverband für jedes Tierzuchtunternehmen enorme Vorteile mit sich bringt. Egal ob Pferde, Katzen, Hunde, Exoten oder was auch immer systematisch unter festen Regularien gezüchtet wird, nur mit einer entsprechenden "Schaltzentrale" ist eine Zuchtlenkung im Sinne der jeweiligen Spezies wirklich sinnvoll möglich. Die Aufgabe dieser Schaltzentrale kommt im VDH dessen Zuchtbuchführung zu. 

Dazu in einem neuen Beitrag mehr.
